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Radeln für ein gutes Klima: Stadtradeln

Ich stelle mich einer neuen Challenge:  3 Wochen ohne Auto. Das hört sich für Stadtkinder langweilig an: für mich als Landei...eine Herausforderung. Ich nutze 3 Wochen lang keine Verkehrsmittel, ausser meine Füße und den Drahtesel. 21 Tage an denen ich sicher nicht nur zu Hause sitzen möchte, denn es ist Sommer. Und den will ich aufjedenfall mit der Familie, im Biergarten oder am See genießen. Aber eben ohne Auto.

 

Ob ich diese Challenge geschafft habe?

Woche 1: Entschleunigung

Achtsamkeit und Entschleunigung sind ja nicht zu unrecht die neuen "Trendwörter". Wer einen stressigen Alltag hat (und ich weiß, den haben wir alle), braucht Zeiten des Auftankens und Zeiten der Ruhe. Wir könnten Seminare besuchen, oder ein Buch lesen. Wir könnten eine Meditationsübung machen oder einen Yoga-Kurs besuchen. Ich möchte all das nicht in den Schatten stellen, aber mir bleibt nach einer Woche "Fahrrad statt Auto" nur eins zu sagen: Schwing dich auf deinen Drahtesel! Entschleundigung kommt hier von alleine:

Vogelgesang statt Radiogedudel; freie Radstrecken statt überfüllter B13 und eng beparkte Pfaffenhofener Straßen; frische Luft statt Klimaanlage und Abgase; durchgepustetes Gehirn statt gestresst nach Hause kommen; und noch vieles mehr... Radfahren hat Mehrwert!

Woche 2: Grenzen überwinden

 

Grenzen beim Fahrradfahren gibt es einige, vor allen Dingen aber die Wetterlage. Ist es zu windig, ist der Tritt in die Pedale mehr als anstrengend, regnet es, bekommt man nasse Schuhe, gibt es Schnee, so wird die Strecke zu einer Rutschpartie. Das perfekte Radelwetter - dass müsste man mal haben.....(....darauf kann man lange warten).

Bevor ich mich entschloss Stadtradel-Star zu werden, habe ich mich auch von der Wetterlage beeinflussen lassen. Auch, wenn die Unempfindlichkeit wächst und mir Wind und ein paar Tropfen nichts ausmachen, war der tägliche Blick aus dem Fenster und die Überlegung: "Fahr ich oder fahr ich nicht" präsent. Oft sah es auch nach schlechtem Wetter aus, eben genau diese Tage, an denen der Himmel in grau gemalt ist. War ich aber erstmal auf dem Fahrrad, habe ich meistens gemerkt, dass es gar nicht so schlimm ist, eher im Gegenteil. Aber in diesen drei Wochen gibt es nur eine Frage beim Blick aus dem Fenster: "Brauche ich Regenklamotten?". Und ja, bei strömendem Regen und Gegenwind mit dem Fahrrad viele Kilometer zu fahren und gleichzeitig nicht den Mut zu verlieren, kostet Überwindung. So durfte ich diese Woche, auf teilweise leeren Fahrradwegen, meinen inneren Schweinehund überwinden - dieses Gefühl, wenn die Nässe langsam von den Händen unter die Regenjacke kriecht und der Blick aus der völlig verschwommenen Brille versucht, den Radweg zu erkennen. Der Kampf bei den Windböen Spur zu halten und die Angst von einem, viel zu dicht fahrendem Auto, nicht gesehen zu werden, ja diese Gefühle kenne ich. Aber gleichzeitig darf ich nicht vergessen von dem Spaß zu erzählen, durch Pfützen zu fahren oder einen Slalom daraus zu machen, die Freude meine Lieblingsplätze (an denen oft so viel los ist) alleine zu haben, diese Glücksgefühle und unendliche Dankbarkeit, wenn man dann ankommt und sich in ein warmes und trockenes Zuhause einkuscheln kann. All diese Dinge hätte ich nicht gehabt, wenn ich Grenzen nicht überwinden würde und weiter in meiner Komfortzone leben würde.

Ich möchte euch ermutigen! Komfortzone kann jeder und ist langweilig! Probiert es doch mal aus und berichtet mir von euren Erfahrungen. Steigt über eure inneren Grenzen, wir sind zu viel mehr fähig, als wir denken. Trau es dir zu, wenn ich das geschafft habe, schaffst du es auch!

P.S. Meine Empfehlung, wenn du keine Lust auf nasse Schuhe und Haare hast: Regenjacke, Regenhose, Gamaschen und einen Überzieher für den Helm - dann bleibt alles trocken.

Woche 3: Fazit

21 Tage...
1000 Kilometer
100 € Sprit eingespart
142 kg CO2 eingespart
52 Fahrten gesamt
4 Regenfahrten
6 Nachtfahrten
0 Fahrradpannen
1 kleiner Unfall im Kies
0 Fahrten mit dem Auto
0 Fahrten mit den Öffentlichen
viele Wildtiere getroffen
3 tolle neue Menschen auf den Fahrradwegen kennengelernt
5 Landkreise erkundet
sehr viele Kalorien verbrannt
UND
mehr geschafft, als ich für möglich gehalten hätte.

Ich möchte euch ermutigen: Steigt auf´s Radl. Auch wenn es langsam herbstig draußen wird, es ist immer noch machbar. Wie ihr lesen konntet, lohnt sich die Überwindung! Und nebenbei tut es unserem Klima auch noch super gut, wenn wir aufs Autofahren verzichten.

 

Viel Spaß beim Radln,

eure Kiki

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